Auf ihrem Weg nach Russland durchquerte die „Große Armee“ 1812 Preußen und versorgte sich über die Bevölkerung. Diese zusätzlichen Belastungen, neben den drückenden Verpflichtungen aus dem Frieden von Tilsit, brachten den preußischen Staat fast an den Rand des Ruins. Neben den materiellen und finanziellen Verpflichtungen musste Preußen Napoleons Russlandfeldzug auch mit Soldaten unterstützen. Im Februar 1812 wurde Preußen gezwungen der „Großen Armee“ ein Hilfskorps mit 20.000 Soldaten zur Verfügung zu stellen. Dieses preußische Hilfskorps nahm an Napoleons Russlandfeldzug teil, kam jedoch glimpflich aus der Katastrophe zurück.
Generalleutnant von York hatte den Befehl erhalten Ost- und Westpreußen vor den Russen zu schützen und den Franzosen den Rückzug zu decken. Außerdem sollte Zeit gewonnen werden um neue Rüstungen und Verstärkungen heranzuschaffen. Gegen den Willen des preußischen Königs übernahm Generalleutnant York die Initiative und brachte einen Stein ins Rollen, der letztendlich Napoleon vom Thron fegte.
Nach monatelangem russischem Drängen unterzeichnete Generalleutnant von Yorck am 30. Dezember 1812 eigenmächtig einen preußisch-russischen Waffenstillstand, die Konvention von Tauroggen, und löste damit das preußische Hilfskorps aus der Allianz mit Frankreich. Er selbst rechtfertigte seine Entscheidung mit einer vom König vor dem Russlandfeldzug gegebenen Vollmacht, wonach er in unvorgesehenen Situationen nach eigenem Ermessen und zum Wohle des Staates handeln sollte.
Der König stellte sich offiziell gegen seinen Generalleutnant, fürchtete er doch die Wut des französischen Kaisers. Dieser hatte bereits angedeutet Preußen nach einem erneuten Konflikt nicht bestehen zu lassen. Nach dem Willen des Kaiser hätte Preußen bereits 1807 aufgehört zu existieren, doch der russische Alexander wünschte einen Puffer zwischen seinem und dem französischen Reich.
Yorks Korps nahm daraufhin eine neutrale Stellung ein und zwang so die Franzosen dazu sich über die Elbe zurückzuziehen.
Am 11. Januar richteten sich 29 ostpreußische Notabeln an den König und baten diesen den Kampf gegen Napoleon aufzunehmen. York hatte bisher noch keine Nachricht vom König erhalten und begann Kontakt mit anderen Heeresführern aufzunehmen.
Dann rückte er mit seinem Korps in Preußen ein und organisierte eine Volkserhebung. Der Landtag, der 5. Februar 1813 in Königsberg zusammentrat, unterstützte York. Man verpflegte und ergänzte nicht nur bis zum Frühjahr das Yorksche Korps, sondern brachte auch nach wenigen Wochen ein Heer von 33.000 Mann auf.
Am 22. Januar regte sich endlich auch der König und reiste nach Breslau um sich einem möglichen Zugriff durch die Franzosen zu entziehen. Hier erließ er 3. Februar den Aufruf zur Bildung von freiwilligen Jägerkorps. Diesem Aufruf folgten viele Männer und ermutigten den König sich noch weiter von Napoleon zu entfernen.
Am 9. Februar folgte der erste Schritt um die allgemeine Wehrpflicht einzuführen. Dies alles geschah natürlich nicht, ohne das die Franzosen dies merkten. Es ist vor allem Hardenbergs Verdienst, dass Napoleon immer noch glaubte dies alles wurde in die Wege geleitet um der Bündnispflicht gegen Russland nachzukommen. Er stellte dem vermeintlich treuen Preußen sogar den Verzicht auf den Frieden von Tilsit in Aussicht und verkündete, dass im Sommer der Feldzug gegen Russland wieder aufgenommen werden sollte.






