2011.napoleon-portal.de

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern


Marschall von Frankreich

E-Mail Drucken PDF

Die Geschichte des Kaisers Napoleon, ist auch die Geschichte seiner Marschälle. Ney, Bernadotte oder Murat sind nur einige der Namen die im Dunstkreis des Kaisers immer wieder auftauchen und in ganz Europa bekannt wurden. Andere Namen, wie zum Beispiel Grouchy, entfesseln noch heute heftige Diskussionen.

Der Rang des Maréchal de France wurde im 12. Jahrhundert von Philipp II. für Albéric Clément, Berater und Minister des Königs, geschaffen. Zur Zeit Ludwigs IX. gab es zwei, später drei, vier und mehr solcher Marschälle die nach der Aufhebung der Connétablewürde 1627 zum höchsten Ansehen gelangten. Unter Heinrich III. wurde durch die États-Généraux ihre Zahl auf vier herabgesetzt; doch wurde diese Zahl schon von Heinrich IV. und noch mehr von dessen Nachfolgern überschritten, so dass es 1703 unter Ludwig XIV. nicht weniger als 20 Marschälle gab, unter denen auch Seeleute waren.

Nach der Revolution wurde der Rang im Jahr 1793 abgeschafft, da er zu eng mit dem Thron in Verbindung gebracht wurde.

Am Tag nach der Ausrufung des Kaiserreichs wurde der Rang am 19. Mai 1804 wieder eingeführt. Gleichzeitig ernannte Napoleon 18 Divisionsgeneräle zu Marschällen des Kaiserreichs (Maréchaux d'Empire). Vier von ihnen wurden zum Ehrenmarschall befördert, da sich bereits im Ruhestand befanden.

Die meisten von ihnen waren in Revolutionskriege einfache Soldaten gewesen. Sie stammten aus einfachen Verhältnissen, hatten nicht die besten Ausbildungen und sind vielleicht gerade deshalb von allen Soldaten der Armee geachtet gewesen. Denn sie waren der lebende Beweis dafür, dass "jeder Soldat den Marschallstab in seinem Tornister trägt".
Dennoch muss man auch feststellen, dass viele der Marschälle genau wussten wem sie ihre Karriere und die hohen Donationen verdankten. Deshalb waren sie dem Kaiser hörig, waren seine Werkzeuge. Nur wenigen gelang es ein eigenes Profil zu formen und sich von Napoleon zu emanzipieren.

Dramatisch war die Entwicklung der Marschälle nach 1812. Ausgestattet mit Titel, Länderein und Geld waren sie nicht bereit alles für den Ruhm des Kaisers aufzugeben. Manche behielten ihren Rang während der Restauration, andere spielten während der 100 Tage mit dem Feuer und wurden dafür bestraft.


1804

* Augereau, Charles-Pierre-Francois, Herzog von Castiglione
* Bernadotte, Jean-Baptiste, Prinz von Ponte Corvo
* Berthier, Louis-Alexandre, Fürst von Neuchâtel und Valengin, Fürst von Wagram
* Bessières, Jean-Baptiste, Herzog von Istrien
* Brune, Guillaume Marie-Anne
* Davout, Louis-Nicolas, Herzog von Auerstedt, Fürst von Eckmühl
* Jourdan, Jean-Baptiste Comte de
* Kellermann, François-Christophe, Herzog von Valmy, Ehrenmarschall
* Lannes, Jean, Herzog von Montebello
* Lefebvre François-Joseph, Herzog von Danzig, Ehrenmarschall
* Masséna, André, Herzog von Rivoli, Fürst von Essling
* Moncey, Bon-Adrien-Jeannot de, Herzog von Conegliano
* Mortier, Edouard-Adolphe-Casmir-Joseph, Herzog von Treviso
* Murat, Joachim, König von Neapel, Großherzog von Berg, Schwager Napoléons
* Ney, Michel, Herzog von Elchingen, Fürst von der Moskwa
* Pérignon, Cathérine-Dominique, marquis de, Ehrenmarschall
* Sérurier, Jean-Mathieu-Philibert, comte, Ehrenmarschall
* Soult, Nicolas-Jean de Dieu, Herzog von Dalmatien

1807

* Victor, Claude, Herzog von Belluno

1809

* MacDonald, Etienne-Jacques-Joseph-Alexandre, Herzog von Tarent
* Marmont, Auguste-Frédéric-Louis Viesse de, Herzog von Ragusa
* Oudinot, Nicolas-Charles, Herzog von Reggio

1811

*  Suchet, Louis-Gabriel, Herzog von Albuféra

1812

* Gouvion Saint-Cyr, Laurent Marquis de

1813


* Poniatowski, Józef Anton, Fürst Poniatowski

1815

* Grouchy, Emmanuel Marquis de