FrankreichInfanterie Den Kern der französischen Armee bildeten die Infanteriedivisionen. Die Infanterie unterteilte man aufgrund ihrer Aufgaben oder Ausrüstung wieder in unterschiedliche Truppengattungen. Grenadiere, schwere Infanterie, waren ursprünglich mit Handgranaten bewaffneten Infanteristen und speziell ausgebildet. Sie trugen mehrere Granaten bei sich und warfen mit Muskelkraft eine gezündete Granate in die gegnerische Reihe. Damit ihr Wurf nicht durch den breiten Hut gestört wurde, trugen sie anfänglich einfache Mützen. Später wurden die Mützen vereinheitlicht, aus diesen entwickelten sich die weit verbreiteten Fellmützen. Während der napoleonischen Kriege spielten Granaten nicht mehr eine entscheidende Rolle, dennoch wurden die Truppengattung der Grenadiere als Eliteeinheiten beibehalten. Jäger, leichte Infanterie, wurden vor allem für den Kampf in Gebirgs-, Wald- und Häuserkampf eingesetzt. Zur leichten Infanterie zählte man auch die Voltigeure. Sie waren eine von Napoleon im März 1804 als Elitetruppe errichtete Truppengattung und zum zerstreuten Gefecht bestimmt. Jedes Bataillon hatte am linken Flügel eine Kompanie Voltigeure. Tirailleure, ebenfalls leichte Infanterie, sind in aufgelöster Ordnung kämpfende Mannschaften der Infanterie. Oft werden sie auch als Plänkler bezeichnet. In den Kolonnen bildeten sie meist in den hinteren Gliedern der Abteilung eingesetzt. Diese Art von Infanterie war im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg sehr erfolgreich. Dort wo mäßig ausgebildete Soldaten in loser Formation das Gelände ausnutzen konnten, wie bei den Schlachten von Lexington und Concord, waren sie den auf Manöver gedrillten Armeen überlegen. Sappeure waren zusätzlich mit Äxten, Hacken oder Spaten bewaffnet. Sie hatten wichtige Aufgaben, wie etwa das Freimachen von Marschrouten, Vorbereiten von Biwakgelände oder auch den Bau von Fortifikationen, und genossen deshalb ein hohes Ansehen. Auch während der Schlacht wurden sie oft in vorderster Front eingesetzt um Hindernisse zu beseitigen. In der Schlacht von Waterloo erwies sich das Fehlen der Sappeure bei Hougoumont als fatal. Das Gut war von einer etwa 2 Meter hohen Mauer mit Schießscharten umgeben. Die Soldaten hatten keine Hilfsmittel um die Mauer leicht zu überqueren, oder einfach zu sprengen. Die Flankeure waren einzelne Reiter, die vorgeschickt wurden, um die Bewegungen des Feindes zu beobachten. Um sich hierbei dem feindlichen Feuer zu entziehen, führten sie bogenförmige Bewegungen aus die man Flankieren nennt. Kavallerie Die Kavallerie der Franzosen war zu Beginn der Revolutionskriege fast völlig nutzlos. Mit Engländer, Preußen und Österreicher konnte es die französische Kavallerie nicht aufnehmen und wurde deshalb stets in Reserve gehalten.
Als Napoleon die Geschicke Frankreichs übernahm sah er die Notwendigkeit die französische Kavallerie voran zu bringen. Vor allem die Lager am Ärmelkanal wurden genutzt um die Defizite auszugleichen. Die französischen Pferde wurden durch bessere deutsche und italienische Tiere ausgetauscht. Nach 1805 wurden sehr viele Reiter des Rheinbundes und aus Polen in die französische Armee aufgenommen. Den Küraß führte Napoleon für einen Teil der schweren Kavallerie wieder ein. Organisation und Ausrüstung wurden kaum verändert. Taktisch wurde die Kavallerie jedoch völlig anders eingesetzt. Wie bereits beschrieben wurde auf Ebene der Divisionen die Taktik des "Gefecht der verbundenen Waffen" angewandt. Jeder Division wurde ein Teil der leichten Kavallerie zugewiesen. Die schwere Kavallerie wurde während der Schlacht in Reserve gehalten um im entscheidenden Moment einen Schlag an beliebiger Stelle ausführen zu können. Trotzdem darf nicht verheimlicht werden, dass die französische Kavallerie ohne die verbundenen Waffen nicht wettbewerbsfähig war. Sie bewegte sich zu langsam und ihre Kampftaktik war rückständig. Die Alliierten behielten die erprobte Taktik aus den früheren Kriegen bei. Ihre Kavallerie wurde hauptsächlich im Reiten und Fechtkampf ausgebildet, geschossen wurde erst wenn die Wucht des schnellen Kavallerieangriffs stecken blieb. Schnelle Flankenangriffe, die Geschwindigkeit beim Sammeln und Neuformierung nach einem Angriff war vor allem bei den Preußen ausgezeichnet. Die größere Schande für einen Kavalleriekommandeur war es angegriffen zu werden und nicht selbst anzugreifen. Die französische Kavallerie unter Napoleon verließ sich zu oft auf ihre Schusswaffen. So empfingen sie gegnerische Kavallerieangriffe meist stehend und mit dem Gewehr im Anschlag, was oft bei einer deutlicher Übermacht trotzdem zu Niederlagen führte. Die Ulanen, oder Lanciers, waren eine im 16. Jahrhundert in Polen entstandene Reitertruppe die mit Lanzen, Säbeln und Pistolen bewaffnet war. Als der französische Kaiser 1806 in Warschau einzog, wurde er von einer berittenen polnischen Ehrengarde begleitet. Napoleon befahl daraufhin ein polnisches Chevau-legere-lanciers für seine Alte Garde aufzubauen. Artillerie Großen Anteil am Erfolg der französischen Artillerie während der Revolution und den napoleonischen Kriegen hatte Jean-Baptiste Vaquette, Vicomte de Gribeauval. Der französischer Ingenieur und Artilleriegeneral konstruierte die nach ihm benannte Gribeauval-Lafette. Seine im Siebenjährigen Krieg erworbenen Kenntnisse setze er ein um leichtere und mobilere Kanonen zu entwickeln. Man trennte endgültig die Belagerungsartillerie von der Feldartillerie und ging zu den leichten Kanonen für Feldschlachten über. Diese hatten keine so hohe Reichweite und Durchschlagskraft mehr, aber sie war noch groß genug um außerhalb der Reichweite von einfachen Gewehren zu sein. Napoleon nutze die gewonnene Beweglichkeit bis zum Äußersten. Eine Anzahl leichter Kanonen waren direkt den Infanteriedivisionen zugeteilt. Wie bei der Kavallerie blieb ein Großteil der Artillerie in Reserve und wurde erst dann eingesetzt, wenn sich in der gegnerischen Stellung eine Schwäche offenbarte. Dann wurde die Artillerie schnell zusammengezogen um das Feuer auf diesen Angriffspunkt zu konzentrieren. Waren die mobilen Batterien erfolgreich, setzte die Infanterie an und versuchte durch die Bresche die gegnerische Formation zu sprengen. Da während einer Schlacht nicht nur wenige Meter zurückgelegt werden mussten, war diese Taktik nur mit berittenen Batterien und der Vorleistung von Gribeauval möglich.
Die berittene Artillerie geht auf Friedrich den Großen zurück. Mit ihr löste er ein altes Problem: Wenn die Kavallerie weite Wege zurücklegte, musste sie meist ohne Artillerieunterstützung auskommen. Wartete die Kavallerie auf die Artillerie, war ihr Geschwindigkeitsvorteil dahin. Um dies zu lösen wurden Artilleristen zu Reitern ausgebildet und ritten neben Protze und Geschütz. Sie war als mobile und schnelle Reserve gedacht und kämpften oft in vorderster Front. Daher waren die Besatzungen besser geschützt, ansonsten unterschieden sich die Geschütze nicht von denen der Fuß-Artillerie. Bei der Fuß-Artillerie marschierten die Soldaten neben dem Geschütz, welches in der Regel von zwei Pferden gezogen wurde. England Zu Beginn der Revolutionskriege war die englische Artillerie deutlich unterlegen. Auf dem Schlachtfeld konnten die schweren Kanonen kaum flexibel bewegt werden, erst ab 1800 begann man nach französischem Vorbild leichte Kanonen mit Pferdegespannen schnell zu bewegen. Ab 1800 holten die Engländer sehr schnell auf und besaßen einige Jahre später eine der besten Artillerien in Europa. [Threepwood/McCool]
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