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Vom General zum Kaiser 

Am 9. März 1796 heiratete Napoleon Joséphine de Beauharnais in der Rue d'Antin 3, dem Rathaus des 2. Arrondissements. Napoleon hatte keine Geburtsurkunde, Korsika war von den Engländern besetzt, so musste er sich das Dokument von seinem Bruder Joseph ausleihen.

In der Aussenpolitik konnte Frankreich einen grossen Erfolg verbuchen. Nach dem preußischen Separatfrieden mit den Revolutionären war Frankreichs Position gestärkt, Spanien schloß sich dem Friedensvertrag an und verbündete sich im Juni mit Frankreich. Damit konnte sich Frankreich auf Mitteleuropa konzentrieren, ausserdem war die spanische Flotte eine willkommene Verstärkung gegen die Royal Navy.

Im September 1796 kehrte Talleyrand wieder nach Paris zurück. Nach seiner „Flucht“ 1792 lebte er einige Zeit in England. Aufgrund seiner dortigen politischen Aktivitäten wurde er jedoch des Landes verwiesen und versuchte in den Vereinigten Staaten von Amerika einen Neuanfang. Als Makler und Spekulant konnte er sich über Wasser halten, plante jedoch stets die Rückkehr in sein geliebtes Heimatland. Nach dem Sturz Robespierres nutzt er seine Verbindungen um den Konvent davon zu überzeugen, dass er nicht zu den vaterlandslosen Emigranten gehörte, sondern ein Opfer der Terrorherrschaft war. Ihm gelang tatsächlich die Rehabilitierung und so reiste er von New York, über Hamburg, zurück nach Paris.

Am 19. Mai 1798 begann endlich das größte Abenteuer im bisherigen Leben von Napoleon Bonaparte. Nachdem Nelsons Blockadeflotte vor Toulon schwer beschädigt wurde, gelang es der französischen Flotte weitgehend unbemerkt den Hafen zu verlassen. Auf den 72 französischen Kriegsschiffen und 400 Transportern befand sich Napoleons  Expeditionskorps für den Ägyptenfeldzug. Admiral Nelson erfuhr von einem Handelsschiff, dass Brueys Flotte Toulon verlassen hatte. Immer noch musste Nelson die Auswirkungen eines schweren Sturms ertragen und ohne die notwendigen Fregatten auskommen. Ohne geeignete Schiffe für Aufklärungsmanöver machte er sich auf die Suche nach der französischen Flotte. Am 16. Juni erfuhrNelson in Neapel vom französischen Angriff auf Malta. Er machte sich sofort auf den Weg um die gegnerische Flotte zu stellen.

Nelson erfuhr wenig später vom Fall Maltas und der Versegelung der französischen Flotte am 16. Juni. Er war jetzt fest davon überzeugt, dass Napoleon Alexandria als Ziel ausgewählt hatte. Diese Informationen waren nur teilweise Richtig, denn Napoleon verließ Malta erst am 19. Juni. Am Abend des 22.06. fuhren die beiden Flotten dicht aneinander vorbei. Aufgrund schlechter Sichtverhältnisse bemerkten die Engländer den Feind nicht und überholten ihn sogar. Die europäische Geschichte hätte vielleicht deutlich umgeschrieben werde müssen, wenn sich beide Flotten getroffen hätten und Napoleons Karriere im Mittelmeer untergegangen wäre.

Die englische Flotte unter Nelson erreichte am 22. Juni Alexandria. Da er die französische Flotte unbemerkt überholte hatte, war es natürlich klar, dass er im Hafen diese Schiffe nicht antreffen konnte. Da er aber immer noch glaubte die Franzosen seien bereits am 16. Juni versegelt, tatsächlich verließen sie Malta erst am 19. Juni, setzte er ungeduldig wieder Kurs nach Norden um seinen vermeintlichen Irrtum zu korrigieren. Die nächsten Wochen verbrachte er mit der vergeblichen Durchsuchung des Mittelmeers.

Was müssen die Ägypter gedacht haben, als kurz nach der Versegelung der britischen Flotte die gewaltige Flotte der Franzosen Alexandria erreichte. Napoleon erfährt von Nelsons Abreise und begann sofort mit der Landung von 4.000 Soldaten westlich von Alexandria. Am nächsten Tag fiel Alexandria und die Flotte konnte im Hafen der Stadt das Gros des Expeditionskorps entladen. Die 13 Linienschiffe und 4 Fregatten ließ Brueys in der 12 Seemeilen entfernten Bucht von Abukir ankern.

Nachdem Nelson vergeblich die Küste Kleinasiens absuchte, machte er sich auf den Weg nach Sizilien und erreichte am 19.07.1798 den Hafen von Syrakus. Hier übernahm er eilig Proviant und verließ den Hafen am 25. Juli wieder. Dann erhielt er endlich einen wichtigen Hinweis. Die französische Flotte wurde vor 4 Wochen bei Kreta gesehen. Der Kurs der Flotte war südwärts gewesen und Nelson war ein weiteres Mal davon überzeugt Alexandria sei Napoleons Ziel. Nelson setzte sofort wieder Kurs auf Ägypten.

Napoleon ließ 3.000 Soldaten als Garnison in Alexandria zurück und marschierte mit 30.000 Soldaten auf Kairo zu. Unter den Pyramiden erwarten ihn 10.000 berittene Mameluken und 24.000 Infanteristen. Die Schlacht wurde zu einem großen Erfolg für Napoleon und am 23. Juli zog er in Kairo ein.

Am 1. August, wenige Tage nach Napoleons ersten Erfolgen in Ägypten, war seine Expedition bereits zum Scheitern verurteilt. In der Schlacht von Abukir wurde die französische Flotte durch einen Überraschungsangriff von Admiral Nelson vernichtet. Admiral Brueys, der Kommandeur der französischen Flotte, vermutete den Angriff der Engländer erst am nächsten Tag. Diese Fehleinschätzung bezahlte er mit seinem und mehr als 5.000 weiteren französischen Leben. Die Engländer hatten mit diesem Erfolg die uneingeschränkte Herrschaft über das Mittelmeer errungen und Napoleons Orientarmee praktisch von der Versorgung abgeschnitten.

Joséphine erwarb im April das Schlossgut Malmaison in der Nähe von Paris mit Napoleons Geld. Berühmt wurde Malmaison auch durch seinen großen  Rosengarten, in dem Josephine bis zu ihrem Tod fast jede Rosensorte anpflanzte. Nach der Scheidung von Napoleon zog sich Josephine hier hin zurück und starb 1814.

Napoleon Bonaparte war einer der ersten Ägyptologen. Auch wenn sein Feldzug militärisch nicht von Erfolg gekrönt war, so hatte er wissenschaftlich dennoch einen Durchbruch erbracht. Der französische Offizier Pierre François Xavier Bouchard entdeckte am 15. Juli 1799 bei Rosetta einen schwarzen Granitstein. Das besondere an dem Stein von Rosetta: Auf ihm war ein Text, datiert auf 196 v. Chr, in Hieroglyphen, in demotisch und in griechisch geschrieben! 1822 gelang es Jean-François Champollion die Texte zu übersetzen und legte damit den Grundstein um Hieroglyphen lesen zu können! Viele spätere Entdeckungen wären ohne Entzifferug der Schrift nicht möglich gewesen.

Am 9. November 1799 beganndie eigentliche politische Karriere von Napoleon Bonaparte. Um einem Staatsstreich der Royalisten zu verhindern plante Direktor Emmanuel Joseph Sieyès das nachrevolutionäre Frankreich ein weiteres Mal zu verändern. Er suchte eine starke und beliebte Führungsperson und fand diese in dem gerade aus Ägypten zurückgekehrten General Napoleon Bonaparte.

Napoleon erreichte am frühen Morgen des 16. Oktober 1799 seine Wohnung in der Rue Chantereine in Paris. Bevor er sich der Politik widmen konnte, musste er erst eine familiäre Angelegenheit klären. Napoleon fand zwar eine kostspielig eingerichtete Wohnung vor, jedoch nicht die dazugehörende Ehefrau. Erst zwei Tage später tauchte Josephine auf und erklärte, dass sie ihm entgegengefahren war und leider verpasst hatten. Zuerst wollte Napoleon sie nicht sehen, aber dann verzieh er ihre Affäre mit Hippolyte Charles und verwarf den Gedanken an eine Scheidung.

Napoleon wandte sich an die Direktoren und diese boten ihm ein Kommando seiner Wahl an. Da die außenpolitischen Gefahren weitgehend gebannt waren, General Masséna hatte großen Anteil daran, richtete sich Napoleons Blick auf die Innenpolitik. Die Vendée und die Bretagne hatten sich wieder erhoben, die Straßen waren unsicher. Beamte warteten vergeblich auf ihre Gehälter, während viele Arbeiter arbeitslos waren. Der Ruf nach dem König war in jeder Gasse zu hören und die Republik war erneut in höchster Gefahr.

Napoleon hatte zunächst vor sich zum Direktor wählen zu lassen und wandte sich an Barras. Dieser war jedoch schon in enger Verhandlung mit den Royalisten und für 12 Millionen Franc sollte er den Weg für den König freimachen. Napoleon wurde von Barras an Gohier, dem Vorsitzenden Direktor, verwiesen. Gohier beharrte darauf, dass ein Direktor mindestens vierzig Jahre alt sein musste. Mehr oder wenig riet er dem General in zehn Jahren wieder zu kommen. Napoleon wurde klar, dass er gegen die aktuelle Regierung keine Chance hatte.
Vorbereitungen zum Staatsstreich
Napoleon wurde nach seiner Rückkehr aus Ägypten auf dem Weg nach Paris von den Menschen gefeiert, aber in Paris hatte er noch keine ausreichende Macht um die Verhältnisse zu verändern. Zu seinem Glück trat Joseph Sieyés, der Autor der berühmten Schrift "Was ist der Dritte Stand", mit ihm in Verbindung. Die beiden Männer, so unterschiedlich sie auch waren, fanden schnell zueinander.  Sieyés benötigte ein "Schwert" und Napoleon einen erfahrenen Politiker. Gemeinsam arbeiteten sie einen Plan aus um das Direktorium zum Rücktritt zu zwingen. Ohne Exekutive sollten die beiden Ratskammern einen Dreierausschuss ernennen, der eine neue Verfassung erarbeiten sollte. Um Druck auf die Kammern ausüben zu können, sollten die Abgeordneten am 18. Brumaire des Jahres VIII  auf das Schloss Saint-Cloud eingeladen werden.

Napoleon und Sieyés begannen nun Verbündete zu suchen. Neben Talleyrand und Napoleons Brüdern Joseph und Lucien wurden führende Mitglieder des Rates der Alten eingeweiht. Lucien, der mittlerweile zum Vorsitzenden der Fünfhundert gewählt worden war, sollte eine besondere Rolle bei diesem Unterfangen spielen. Auch Fouché führte es in die Rue Chantereine und ließ sich bei Bonaparte melden. Doch dieser kann mit dem Namen Fouché nichts anfangen und lässt ihn über eine Stunde im Vorzimmer warten. Erst als Napoleon von einem Mitverschwörer über die Bedeutung des Gastes informiert wird, eilt Napoleon zu seinem wartenden Gast hinaus. Ihr erstes Treffen dauert zwei Stunden und Napoleon wird von Fouché genau über die Lage Frankreichs und des Direktoriums informiert. Fouché bietet sich als Helfer an, ohne öffentlich Stellung zu beziehen.

Der Polizeiminister von Frankreich, sonst bestens über alle Vorgänge informiert, übersieht in den nächsten Wochen geflissentlich alles Hinweise auf den bevorstehenden Staatsstreich. Seine täglichen Berichte an die Direktoren erwähnen Napoleon mit keinem Wort. Schweigend verrät er die Regierung.

Fouché lädt die Verschwörer sogar zu sich ins Haus ein und als Ehrengast erscheint Gohier. Als dieser sich nach den neuesten Gerüchten erkundigt, antwortet Fouché nur süffisant, während die anderen Gäste der Atem stockt.

Gohier und Barras blieben die Aktivitäten letztendlich doch nicht verborgen und beide versuchten Napoleon auf ihre Weise zu gewinnen. Aber Napoleon lehnte das Kommando über eine Armee im Ausland ab, sowie Barras Angebot Mitglied einer Verschwörung mit dem Ziel der Wiedererrichtung der Monarchie zu werden.

Napoleon war in einer denkbar ungünstigen Lage für einen Umsturzversuch. Er hatte weder Geld, dieses hatte Josephine in seiner Abwesenheit bereits unter die Leute gebracht, noch hatte er, im Gegensatz zu Caesar als er den Rubikon überschritt, Soldaten unter seinem Kommando.
Saint-Cloud
Am Morgen des 18. Brumaire kommt der Polizeiminister nur sehr schwer aus dem Bett. Erst zwei aufgeregte Boten des Direktoriums gelingt es ihn zu wecken. Er tut überrascht, als man ihn über sich zusammenziehende Truppen und sonderbare Vorgänge im Senat informiert.

Währenddessen hatte Napoleon führende Offiziere zu sich eingeladen und jedem seine Absicht erklärt. Der wichtigste von ihnen war General Lefébvre, der Militärgouverneur von Paris. Napoleon reichte ihm seinen Degen als Zeichen der Anerkennung und nach wenigen Minuten hatte er Lefébvre auf seiner Seite.


Cornet, ein Verbündeter, warnte den Rat der Alten vor einer drohenden royalistischen Verschwörung und riet dazu eine dringende Sitzung im sicheren Schluss Saint-Cloud abzuhalten. Gleichzeitig sollte Napoleon zum Kommandanten von Paris ernannt werden um die Sicherheit der Räte zu gewährleisten. Der Rat der Alten willigte ein und um zehn Uhr leistete Napoleon in den Tuilerien seinen Treueid. 300 Soldaten wurden sofort zu den Direktoren geschickt. Gohier und Moulins traten zurück, doch Barras konnte erst durch Talleyrand und eine halbe Millionen Franc dazu bewegt werden.

Der erste Teil des Plans war aufgegangen, das Direktorium war ausgeschaltet. Jetzt machte sich Napoleon auf den Weg zum Schloss. Kaum haben die Verschwörer mit ihren Truppen die Stadt verlassen, riegelte der Polizeiminister zur "Sicherheit" die Hauptstadt ab. Nur noch Fouchés Boten durften ungehindert passieren, jede Nachricht aus Saint-Cloud ging über seinen Schreibtisch.

Der Rat der Alten tagte in der Galerie d'Apollon und wurde über Rücktritt der Direktoren informiert. Widererwarten beschlossen diese jedoch, ein neues Direktorium zu wählen, statt einen Ausschuss mit der Ausarbeitung einer neuen Verfassung zu beauftragen.

Napoleon wollte jetzt persönlich den Rat umstimmen und gemeinsam mit Berthier und Bourriene betrat er die Sitzung und ergriff das Wort. Doch er versagte dabei auf ganzer Linie. Ohne Vorbereitung und Konzept war er pathetische Phrasen in den Raum und nach wenigen Minuten hatte er den Rat der Alten gegen sich aufgebracht. Auf Bourriennes Rat hin verließ Napoleon die Sitzung.

Napoleon beschloss den Rat der Fünfhundert aufzusuchen. Dieser tagte in der Orangerie des Schlosses. Kaum hatte er die Orangerie betreten, schon stürmten die Abgeordneten wütend auf ihn zu. Der Jakobiner Bigonnet packte ihn wütend am Arm und versuchte ihn aus der Sitzung zu drängen. Immer mehr Abgeordnete erhoben sich von ihren Sitzen und gingen gegen Napoleon vor. Lucien, der als Vorsitzender der Versammlung vorsaß, versuchte die Abgeordneten vergeblich zu beruhigen. Die Abgeordneten dachten nicht daran und forderten die Ächtung des Diktators. Lucien drohte sein Amt niederzulegen und konnte so wichtige Minuten gewinnen. Geordnet sollte nun über die Ächtung, und damit das Todesurteil Napoleons, abgestimmt werden. Lucien teilte Napoleon mit, dass dieser nur noch zehn Minuten hätte um die Situation zu retten.

Napoleon verließ den Saal, ging zu den Soldaten. Er schickte eine Eskorte in die Orangerie um seinen Bruder aus der Versammlung zu holen. Vor den Soldaten hielt er eine Rede und warb um ihr Vertrauen. Erst Lucien brachte den entscheidenden Vorteil. Er, der Vorsitzende des Rates der Fünfhundert, zog seinen Degen und hielt ihn an die Brust seines Bruders. Er versicherte seinen Bruder zu durchbohren, falls dieser die Freiheit der Franzosen unterdrücken sollte.

Von dieser Geste überwältigt stellten sich die Soldaten hinter Napoleon. Leclerc und Murat wurden beauftragt die Orangerie zu räumen. Die Abgeordneten skandierten für die Republik sterben zu wollen und flüchteten gleichzeitig durch die Fenster in die Wälder.

Bis zum Abend gelang es etwa 80 Abgeordnete wieder zu versammeln und diese erklärten das Direktorium für beendet. Wie geplant ernannten sie einen Ausschuss. Napoléon Bonaparte, Emmanuel Joseph Sieyès und Roger Ducos wurden vorläufig zu Konsuln ernannt und einen Monat später durch die neue Verfassung bestätigt. Napoleon war als Erster Konsul der mächtigste Mann Frankreichs geworden.

Der Polizeiminister informierte am nächsten Tag die Bürger von Paris über die Rettung der Republik und das Ende des Direktoriums. Sicher hatte sich Fouché auch für den Fall des Misserfolgs vorbereitet. Ein paar Wochen später wird die Komödie "Die Wetterfahne von Saint-Cloud" uraufgeführt und darin die Rolle des Polizeiministers Fouché vortrefflich parodiert.

Am 13. Dezember trat die neue Konsulatsverfassung in Kraft. Napoleon wurde zum Ersten Konsul auf 10 Jahre gewählt und war damit praktisch Alleinherrscher über Frankreich geworden. Artikel 1 der neuen Verfassung wurde für Napoleon zu einer großen Bürde: "Die französische Republik ist eins und untheilbar." Damit war verfassungsmäßig ausgeschlossen, dass Napoleon bei eventuellen Friedensgesprächen irgendwelche Gebietsabtretungen akzeptieren durfte. Die neue Verfassung wurde im Februar 1800 durch eine Volksabstimmung angenommen und galt formell bis 1815.

Bei Marengo kam es am 14. Juni 1800 zum entscheidenden Sieg Napoleons über die Österreicher, auch wenn Napoleon selbst bei dieser Schlacht keinen so großen Einfluss auf die Entscheidung hatte. Der Schlachtverlauf war an Dramaturgie kaum zu überbieten. Die Österreicher waren seit Tagen auf dem Rückzug und Napoleon erwartete ihre Flucht über das Mittelmeer. In Wirklichkeit überraschte der österreichische Oberkommandierende Michael von Melas die Franzosen und versuchte mit seinen Truppen durch die französischen Linien zu brechen. Tatsächlich gelang es ihm die unvorbereiteten Franzosen empfindlich zu treffen. Melas hatte sich bereits aus der gewonnen Schlacht zurückgezogen und das Kommando seinem Stellvertreter General von Zach übergeben, als am Nachmittag die Truppen von Desaix das Schlachtfeld erreichten. Doch auch ihnen gelang es nicht den Vormarsch der Österreicher zu stoppen. Desaix wurde tödlich getroffen und das französische Zentrum zerbrach..

Verzweifelt griff der französischer Kavalleriegeneral François-Etienne Kellermann die Flanke an und es gelang ihm General von Zach zu isolieren. In diesem Moment wandte sich das Blatt und die schockierten Österreicher verfielen in Panik und flohen. Fast die gesamte österreichische Artillerie fiel daraufhin in die Hände der Franzosen. Bereits einen Tag später unterzeichnete der österreichische Oberbefehlshaber einen Vertrag worin er sich verpflichtete, Genua, Piemont und die Lombardei zu räumen.

Napoleon als KonsulWährend der Konsul Napoleon Bonaparte in Frankreich und Europa seine Position festigte, erfuhr seine Ägypten-Expedition ihren Gnadenstoß. Im Februar des Jahres 1801 landeten britische Truppen bei Abukir um die Franzosen aus Ägypten zu verjagen. Im Sommer gelang es ihnen Kairo zu befreien, im September kapitulierten die französischen Truppen in Alexandria. Damit war die Ägyptenexpedition von Napoleon Bonaparte endgültig beendet.

Österreich und Frankreich schlossen am 9. Februar 1801 in Lunéville Frieden und beendeten damit den 2. Koalitionskrieg. England führte dennoch weiter Krieg gegen Frankreich und schloss erst am 27. März 1802 den brüchigen Frieden von Amiens.

Am 24. März betrat ein neuer Darsteller die weltpolitische Bühne. Nach der Ermordung von Zar Paul I. bestieg sein Sohn  als Alexander I. den russischen Thron.

England und Frankreich unterzeichneten am 27. März 1802 den Frieden von Amiens. Die Friedensbedingungen waren besonders in England unpopulär, so sollten wertvolle Stützpunkte wie Kapstadt, Malta und Menorca zurückgegeben werden. Während Menorca tatsächlich von England geräumt wurde, gerieten Frankreich und England über Malta in Streit. Die Engländer weigerten sich Malta zu verlassen, da Napoleon selbst den vereinbarten „Status Quo“ auf dem europäischen Festland nicht einhielt und sein Auge auf die Schweiz geworfen hatte.

Nachdem die französischen Truppen 1802 aus der Schweiz abzogen, entwickelte sich dort eine starke gegenrevolutionäre Bewegung. 1803 stand die Helvetische Republik kurz vor der Teilung. Napoleon Bonaparte versuchte zwischen den Parteien zu vermitteln (médiation) und gleichzeitig den französischen Einfluß in der Schweiz zu vergrössern.

"Helvetien, der Zwietracht preisgegeben, war mit seiner Auflösung bedroht. In sich selbst konnte es die Mittel nicht finden, um wieder zu einer verfassungsmäßigen Ordnung zu gelangen." (Praeambel der Mediationsakte)

Auf seinen Druck versammelten sich Abgeordnete der Schweiz in Paris und erarbeiteten eine neue Verfassung. Mit der Mediationsakte (Acte de Médiation) wurden die Schweizer Kantone gestärkt und die Zentralregierung abgeschafft.

Die Mediationsakte wurde am 19. Februar 1803 von Napoleon unterzeichnet, am 5. März vom Helvetischen Senat angenommen und trat am 10. März 1803 in Kraft. Auf dem Wiener Kongress wurde beschlossen, dass zu den neunzehn Mediationskantonen das Wallis, Genf und Neuenburg ebenfalls zur Schweiz gehörten.

Der Frieden von Amiens hierl kein Jahr und England erklärte Frankreich am 16. März den Krieg. Der Krieg kam auch für die Franzosen nicht überraschend, doch konnte der gewaltige Vorsprung der englischen Kriegsflotte in dem knappen Friedensjahr nicht verringert werden. Den 42 französischen Linienschiffen standen mehr als doppelt soviel Schiffe auf englischer Seite gegenüber. Bereits am Tag der Kriegserklärung verliessen englische Geschwader ihre Heimathäfen um die Blockade der französischen Häfen fortzusetzen.

Im Juni des gleichen Jahres begann die Armée d'Angleterre das große Truppenlager bei Boulogne zu errichten. Von hier aus sollte der Hauptstoß gegen England erfolgen.

Im Februar 1804 wurde ein Mordkomplott gegen den Konsul Bonaparte aufgedeckt.  Georges Cadoudal, ein Drahtzieherr des Attentats von 1800, reiste von England nach Frankreich um das Konsulat zu stürzen. Als Husaren getarnte Royalisten sollten Napoleon während einer Parade eine Bittschrift übergeben und ihn in diesem Moment ermorden. Cadoudal wurde Steckbrieflich gesucht und konnte im März festgenommen werden. In seinem Verhör kündigte er die Rückkehr eines Bourbonenprinzen im Fall eines erfolgreichen Attentats an. Cadoudal erwähnte nicht den Herzog von Enghien. In royalistischen Kreisen ging das Gerücht um, dass der Herzog eine Rückkehr nach Frankreich plante.

Unter dem Kommando von Brigadegeneral Michel Ordener marschierten am 14. März französische Soldaten in das badische Ettenheim ein um Louis Antoine Henri de Bourbon-Condé, den Herzog von Enghien, festzunehmen. An ihm sollte, nach dem misslungenen Attentat auf Napoleon Bonaparte, ein Exempel an den Bourbonen statuiert werden. Es gelang den Franzosen den Herzog zu entführen. Dieser Akt stieß in ganz Europa auf großen Widerstand. Viele glauben, dass diese Entführung ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Koalition gegen Napoleon war. Innenpolitisch hatte Napoleon durch diese Untat jedoch der royalistischen Bewegung in Frankreich einen gewaltigen Dämpfer versehen.

Währendessen hatte sich in London der politische Wind wieder gedreht. Im Mai übernahm William Pitt der Jüngere zum zweiten Mal das Amt des englischen Premierminister. Er löste damit den "Friedenspremier" Addington und seine Regierung ab. Pitt rüstete nach dem kurzen Frieden von Amiens wieder auf und arbeitete nun ununterbrochen an einer neuen Koalition gegen Napoleon Bonaparte. Die Ermordung von Louis Antoine Henri de Bourbon-Condé, den Herzog von Enghien, brachte die meisten europäischen Fürsten hinter ihn.

Napoleon proklamierte sich am 18. Mai 1804 zum Kaiser von Frankreich. Dies war auch eine Reaktion auf den Anschlag und das aufgedeckte Komplott. Mit der Errichtung einer Erbmonarchie sollte die royalistische Bewegung gestoppt werden. Er betrachtete den Kaisertitel "als sicheres Mittel, in Frankreich Ruhe und Frieden herzustellen."

Das Kaiserreich Österreich wurde im August als Erbmonarchie von Franz II. begründet. Franz II. war der letzte Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und nach der Gründung des österreichischen Kaiserreiches gleichzeitig Franz I. von Österreich geworden. Mit seiner Krönung wollte er wieder mit Napoleon Bonaparte gleichziehen, welcher sich selbst Anfang des Jahres entschieden hatte Frankreich in ein Kaiserreich zu wandeln.

Mit dieser Entscheidung wollte man auch den französischen Ambitionen auf das Erbe Karls des Großen ein Ende bereiten. Der Kurfürst von Mainz, Karl Theodor von Dalberg, hatte Joseph Kardinal Fesch praktisch zu seinem Nachfolger gemacht. Kardinal Fesch, der Onkel von Napoleon Bonaparte (!), wäre damit zum Aufseher des Reichsgerichtes und Hüter des Reichsarchives geworden und hätte das Reich nach Napoleons Willen zum Wohle Frankreichs umformen können.

Napoleon krönte sich am 2. Dezember selbst zum Kaiser und Josephine zur Kaiserin. Diese Selbstkrönung war aber weniger die Tat eines selbstgefälligen Diktators, sondern ein raffinierter Schazug um das französische Volk wieder zusammenzubringen. Wenn er die Kaiserkrone von Pius VII erhalten hätte, so wären die protestantischen und atheistischen Franzosen nicht von der Legitimität des Kaisers überzeugt gewesen. Papst VII hatte bereits bei der Planung für die Zeremonie angekündigt, dass er sich im Moment der Krönung zurückziehen und somit nicht kompromittiert würde.

Quellen:

  • Ich, der Kaiser - Napoleon Bonaparte
  • Napoleon. Revolutionär und Monarch. Eine Biographie - Roger Dufraisse
  • Napoleon. Stratege und Staatsmann. - Vincent Cronin
  • Chronik von www.line-of-battle.de
 
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