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Von Napoleone Bounaparte zu Napoleon Bonaparte 

Napoleone Buonaparte wurde am 15. August 1769 im korsischen Ajaccio, als Vierter der zwölf geborenen und Zweiter der acht überlebenden Kinder, geboren. Korsika war zu dieser Zeit bereits seit 15 Monaten unter französischer Herrschaft. Seine Familie hatte an der Seite von Pasquale Páoli vergeblich versucht die Annexion zu bekämpfen und sich am Ende doch zu Frankreich bekannt. Dieser Sinneswandel und das Verhältnis zu Paoli sollte später noch Auswirkungen auf die Familie Buonaparte haben. Die von Pascal Páoli angeführte Revolution wurde niedergeschlagen und er musste nach London ins Exil gehen.

Die Familie Buonaparte war auf Korsika nicht ganz unbekannt. Als Angehörige des niederen Adels gehörten sie nicht zu den Ärmsten ihres Standes und durch die geschickte Politik des Vaters konnten zahlreiche Vergünstigen gewonnen werden.

 1779 wurde Charles Buonaparte zum Abgeordneten des korsischen Adels am Hofe Ludwigs XVI. ernannt. Die beiden ältesten Söhne Joseph und Napoleon folgten ihren Vater auf das Festland und traten in das Collège von Autun (Burgund) ein. Dort blieb Napoleone jedoch nur zwei Monate. Am 15. Mai 1779 kam er durch ein Stipendium auf die Militärschule von Brienne-Le-Château (Burgund).

Dank des königlichen Stipendiums durfte er die vom Kriegsminister eingerichtete Schule besuchen. Zu dieser Zeit entwickelte sich sein Interesse für Geschichte und Geografie. Im römischen Kaiser Caesar, Krieger, Staatsmann und Schriftstelle in einer Person, fand er schließlich ein Vorbild.

Obwohl er nur ein mittelmäßiger Schüler war, bestand er das Abschlussexamen im ersten Anlauf. Am 19. März 1784 trat er als Offizierskadett in die École Militaire du Champs-de-Mars ein. Hier konnte er zum erstenmal seine Stärken ausspielen und dank seiner guten Fähigkeiten in Mathematik, konnte er bereits nach einem Jahr das Offizierspatent eines Leutnants der Artillerie erwerben.

Nach seiner schulischen Laufbahn wurde er als Unterleutnant zum "Régiment de la Fêre des königlichen Artillerie-Korps" versetzt. Auch hier war er nicht der eifrigste und verbrachte mehr Zeit im Urlaub als in seiner Garnison. 1785 verstarb sein Vater und obwohl Napoleone nur der zweitälteste Sohn war, nahm er die Rolle als Oberhaupt seiner Familie an. Eine Rolle, die er auch in all den späteren Jahren nicht mehr aufgeben sollte.

Seine militärische Ausbildung ging trotzdem weiter. Er kam in den Genuss eines anspruchsvollen Ausbildungsprogramms für Offiziere und beschäftigte sich theoretisch und praktisch mit den Grundbegriffen der Strategie. Er eignete sich die Lehren von Jacques Antoine Graf Guibert an. Dieser vertrat die Meinung, im Gefecht kommt es auf die Weiträumigkeit und Schnelligkeit der Bewegungen an. Diese Theorien sollten aus Napoleon einmal einen der gefährlichsten Feldherren aller Zeiten machen.

Im April 1789 wurde er Zeuge der ersten Unruhen und versuchte mit seiner Kompanie die Ordnung aufrechtzuerhalten. Im August meuterte sein Regiment und Napoleon hoffte in den revolutionären Unruhen den Verlust der königlichen Macht auf Korsika ausnutzen zu können. Er reiste zurück nach Ajaccio um seine Ideen für ein souveränes Korsika umsetzen zu können. Die Hoffnung wurde jäh zerstört, denn der alte Widersacher Paoli hatte nicht den Wechsel er Familie Buanaparte auf die Seite der Franzosen nach der Annexion vergessen. Nach 21 Jahren kehrte Páoli aus dem Londoner Exil zurück und wurde zum obersten Befehlshaber der Nationalgarde und Präsidenten der Departementverwaltung ernannt.

Im Februar kehrte Napoleon zu seinem Regiment zurück. Als Oberleutnant trat er dem Jakobinderclub bei und wurde zu einem Verfechter der republikanischen Lösung für Frankreich. Im September 1791 kehrte er wieder nach Korsika zurück. Eigentlich hätte er sich im Januar 1792 bei seinem Regiment zurückmelden müssen. Aufgrund seines Fehlens wurde er aus der Stammrolle der Armee gestrichen. Dies ermöglichte ihm, sich einem der Freiwilligen-Batallione auf Korsika anschließen zu können.

Schon hier zeigte sich, dass der Krieger Napoleone nur bedingt Befehle ausführen konnte. So zog er sich bald den Unmut der korsischen Führungsmänner zu. Napoleone erkannte seine Situation und beschloss nach Paris zurückzukehren. Am 16. Juli 1792 wurde er wieder in die Armee aufgenommen. Ihn ihm kämpfte immer noch die korsische gegen die französische Seele. Wieder verließ er sein Regiment und kehrte abermals nach Korsika zurück. Mit dem Rang als Oberstleutnant diente er wieder der korsischen Sache. Auch diesmal machte ihm die alte Fehde zwischen Páoli und seiner Familie einen Strich durch die Rechnung. Sein Bruder Lucien brachte die Jakobiner von Toulon gegen Paoli auf, was einen Haftbefehl gegen den korsischen Führer nach sich zog. Dies brachte wiederum die Bevölkerung von Ajaccio gegen die Familie Buonaparte auf. Ihr Haus wurde verwüstet und sie mussten auf das französische Festland flüchten. Von diesem Zeitpunkt an war die Familie Buonaparte endgültig auf der Seite Frankreichs.

In Nizza übernahm Napoleone das Kommando über eine Kompanie seines Regiments. Im September 1793 wurde er von den Kommissaren Salicetti und Gaspauin angefordert, um das Kommando über die Artillerie bei der Befreiung Toulons zu übernehmen. Die Stadt wurde von den Föderalisten an die Engländer ausgeliefert und von dem französischen General Carteaux belagert. Carteaux und Napoleone hatten unterschiedliche Meinungen über die Rückeroberung der Stadt. Buanaparte erreicht beim Wohlfahrtskomitee die Ablösung Carteaux und konnte seinen eigenen Plan in die Tat umsetzen. Die Stadt konnte vom 17. bis 19. Dezember 1793 erobert werden und die spanisch-englische Flotte musste den Rückzug antreten.

Bereits am 22. Dezember wurde Buonaparte zum Brigadegeneral befördert. Im März 1794 erhielt er das Kommando über die Artillerie der Italien-Armee. Als Robespierre gestürzt wurde, wurde auch gegen Napoleone ein Haftbefehl ausgestellt. Von 11. August bis zum 20. August 1794 wurde er daraufhin festgenommen, es konnte ihm jedoch nichts nachgewiesen werden und er wurde wieder auf freien Fuß gesetzt.

Im März 1795 wurde er zum General der Artillerie bei der West-Armee ernannt. Er folgte der Versetzung jedoch nicht und wurde zur Infanterie strafversetzt. Anstatt Ruhe zu geben entwarf er zahlreiche Projekte und Pläne und legte diese dem Wohlfahrtsausschuss vor.

Schließlich wurde er dem Topographischen Büro zugeteilt, wo er ausschließlich mit Plänen und Karten arbeiten konnte. Hier zeigte sich wieder sein großes Interesse an Geschichte und Geographie.

Im September wurde er aus der Liste der aktiven Generäle gestrichen. Zu Napoleons Glück traf er in Paris Kommissar Barras wieder. Barras war an der Ausarbeitung der neuen Verfassung beteiligt. Diese sah ein direktorales Regime vor und sollte Royalisten und Jakobiner von der Macht fernhalten. Der Konvent war daraufhin in Paris nicht mehr sicher. Die Royalisten versuchten Teile der Stadtbevölkerung aufzuwiegeln und Barras wurde vom Konvent der Oberbefehl über die Armee des Inneren anvertraut. Barras war Zivilist und nahm die Hilfe mehrere Generäle an. Darunter befand sich auch Napoleone und am 5. Oktober rette er den Konvent vor den aufständischen Royalisten. Sein hartes Vorgehen gegen die Royalisten hatte ihm schließlich die Sympathie der Republikaner eingebracht und am 26. Oktober wurde er kommandierender General der Armee des Inneren. Von diesem Zeitpunkt an nannte er sich und unterzeichnete nur noch mit dem Namen Napoleon Bonaparte.

Quellen:

  • Ich, der Kaiser - Napoleon Bonaparte
  • Napoleon. Revolutionär und Monarch. Eine Biographie - Roger Dufraisse
  • Napoleon. Stratege und Staatsmann. - Vincent Cronin
 
© 2003-2009 www.napoleon-portal.de, Bonn ISSN 1864-9971

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