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Orden und Verdienstmedaillen Drucken E-Mail

Preußen

Pour le Mérite

Der preußische Militär- und Zivilverdienstorden "pour le merit" entstand aus dem 1667 vom Prinzen Friedrich gestifteten Orden pour la générosité, der die Verpflichtung auferlegte, sich der Generosität zu befleißigen, und dessen Dekoration ein kleines goldenes Kreuz mit einem Edelstein in der Mitte war.

Friedrich II. verwandelte den Orden nach seinem Regierungsantritt 1740 in den Orden pour le merit, seine Bestimmung einzig durch die Devise aussprechend, ohne ihm Statuten zu geben, indem er ihn anfangs an Militär- und Zivilpersonen, später nur an letztere verlieh.

Die Dekoration bestand aus einem Kreuz aus blauem Schmelz mit dem Wort: "Générosité" der Länge und Quere nach, später mit goldenen Adlern zwischen den Kreuzarmen und seit 1740 mit der Inschrift: "Pour le merit".

Die Erweiterungsurkunde vom 18. Januar 1810 bestimmte den Orden ausdrücklich für das Verdienst im Kampf mit dem Feind. Am 31. Mai 1842 errichtete Friedrich Wilhelm IV. eine besondere Klasse des Ordens für Wissenschaften und Künste für 30 Deutsche und eine unbestimmte, diese nicht überschreitende Zahl Ausländer, von welchen erstere durch die Ritter, letztere durch die beiden Akademien vorgeschlagen werden, wenn ein Ritter stirbt.

Eisernes Kreuz

Das Eiserne Kreuz wurde am König Friedrich Wilhelm III. 10. März 1813 in Breslau gestiftet. Der Orden wurde für Verdienste um das Vaterland im Kampf gegen Frankreich verliehen.

In seiner Einfachheit und Wertlosigkeit sollte das Eiserne Kreuz an die schwere und eiserne Zeit erinnern, welche es ins Leben rief. Die Dekoration bestand demzufolge aus einem eisernen, mit Silber eingefassten Andreaskreuz, im oberen Flügel mit dem Namenszug Friedich Wilhelms, in der Mitte mit drei Eichenblättern, unten mit der Jahreszahl 1813.

Der Orden hatte Großkreuze, Ritter erster und Ritter zweiter Klasse. Die Großkreuze vom Militär trugen den Orden doppelt so groß wie die Kreuze der andern Klassen an einem schwarzen Band mit weißer Einfassung, die vom Zivil an einem weißen Band mit schwarzer Einfassung um den Hals; die Ritter erster und zweiter Klasse an dergleichen Bändern im Knopfloch, die Ritter erster Klasse außerdem noch ein kleines Kreuz auf der linken Brust.

Für Blücher war ein Eisernes Kreuz mit goldener Einfassung geschaffen worden, dieser ist auch als „Blücherstern“ bekannt. Der Blücherstern wurde 1820 bei einem Großbrand auf Blüchers Schloss Krieblowitz vernichtet. Blüchers Familie erhielt eine Nachfertigung des Ordens, die jedoch in den Kriegswirren von 1945 verloren ging.

Weitere Stiftungen des Ordens folgen 1870 und 1914 und 1939. Auch Hindenburg (184-1934) erhielt das Eiserne Kreuz mit goldener Einfassung (Hindenburgstern).

Schwarzer Adlerorden

Der schwarze Adlerorden wurde 1701 anlässlich der Krönung Friedrichs I. gestiftet und war der höchste Orden im preußischen Staat. Er bestand aus einer Klasse und verleiht den Erbadel, und die Ritter haben Generalleutnantsrang.

Das Ordenszeichen ist ein blaues achtspitziges Kreuz mit Adlern in den Winkeln und der Namenschiffre F. R. im goldenen Schild, welches an einem orangefarbigen Band über die linke Schulter getragen wird.

Dazu gehört auf der Brust ein silberner achtspitziger Stern mit schwarzem Adler in orangefarbenem Feld und der Devise "Suum cuique" ("jedem das Seine"). Die Kette besteht aus Adlern mit Donnerkeilen und vierfach gekröntem Namenszug, umschlungen von blauem Band und der Devise im Schild.

König Friedrich Wilhelm III. verlieh am 8. April 1805 gleichzeitig Napoléon I., Murat, Cambacérès, Talleyrand, Berthier, Duroc, Bernadotte und dem schwedische König Gustav IV. Adolf, der diesen jedoch ablehnte, den Schwarzen Adlerorden.

Roter Adlerorden

Der rote Adlerorden, unter dem Namen Ordre de la sincérité 1705 vom Erbprinzen Georg Wilhelm von Brandenburg-Bayreuth gestiftet, 1712 organisiert, wurde am 12. Juni 1792 von Friedrich Wilhelm II., nachdem die Fürstentümer an Preussen abgetreten wurden, zum zweiten Ritterorden des Königreichs und umfasst 5 Klassen in 73 Abstufungen.

Die Insignien sind ein weiß emailliertes achteckiges Kreuz, auf dessen weißem Mittelschild sich vorn der gekrönte rote Adler, auf der Kehrseite die Chiffre F. W. mit darüber gesetzter Krone befindet, und das von allen Klassen, nur in verschiedener Größe, an einem weiß gewässerten Band mit breiten orangefarbigen Streifen und schmalen weißen Rändern getragen wird. Die Großkreuze tragen ein achtspitziges Kreuz und einen Goldstern; die Kette besteht aus 25 Gliedern von abwechselnden Schilden.

Die Ritter der ersten Klasse tragen, außer dem Kreuz am Kordon, auf der linken Brust einen silbernen achtspitzigen Stern mit dem roten Adler, auf dessen Brust sich das hohenzollernsche Wappen mit der Umschrift: "Sincere et constanter" ("aufrichtig und standhaft") befindet.

Die zweite Klasse teilt sich in solche mit und ohne Stern. Rittern der dritten Klasse kann eine am Ring über dem Kreuze zu tragende Schleife, Rittern der drei ersten Klassen eine Verzierung von Eichenlaub gegeben werden, wenn sie zuvor niederere Grade gehabt; beides nur Preußen.

Für im Feld erworbene Verdienste wird der Orden mit Schwertern am Ring verliehen. Juden können statt des Kreuzes einen demselben ähnlichen Stern erhalten. Die Ritter erster Klasse tragen das Ordenszeichen an einem breiten Band um die Schulter, die der zweiten Klasse um den Hals, die der dritten und vierten Klasse an schmälerem Band im Knopfloch.

Frankreich

Pro Virtute Bellica

Die Medaille wurde « Für kriegerische Tugend“ verliehen. Pro virtute Bellica
Wurde 1759 von Ludwig XV. gestiftet. Der Orden hatte drei Klassen, das Band war blau, später rot, die Dekoration ein goldenes Kreuz mit acht Kugeln und vier Lilien in den Winkeln, in der Mitte ein Degen mit der Umschrift: "Pro virtute bellica", auf dem Revers ein Lorbeerkranz und die Worte: "Ludovicus XV. instituit 1759". Der Orden erlosch 1830.

Ehrenlegion

Der Militär- und Zivilverdienstorden wurde durch Konsularorder vom 29. Floréal des Jahres X (19. Mai 1802) gestiftet. Die weitere Organisation erhielt der Orden jedoch erst durch kaiserliches Dekret vom 22. Messidor XII (11. Juli 1804).

Die Dekoration bestand aus einem fünfstrahligen, weiß emaillierten Stern, auf der einen Seite mit Napoleons Bild, von einem Eichen- und Lorbeerkranz umgeben, mit der Umschrift: "Napoléon, Empereur des Français", auf der Kehrseite der französische Adler mit Blitzen in den Krallen und der Inschrift: "Honneur et Patrie"; das Band war scharlachrot gewässert.

Die Bourbonen behielten den Orden bei, verwandelten ihn jedoch durch Ordonnanz vom 21. Juni 1814 aus einem Verdienst- in einen Ritterorden, setzten an die Stelle des Kaiserbildes das Heinrichs IV., an die Stelle des Adlers die Lilien, nannten den Stern Kreuz (croix), die Kommandanten Kommandeure, die Legionäre Ritter.

Die zweite Restauration (1816) setzte die Zahl der Großkreuze (grands-croix) auf 80, die der Kommandeure auf 400, die der Ritter auf 2000 fest. Die Julirevolution verwandelte die Lilien in zwei dreifarbige Fahnen und brachte über dem Stern eine königliche Krone an.

Ein Beschluss vom 10. September 1848 entfernte letztere aus dem Ordenszeichen und änderte die Form desselben dahin ab, dass das Zentrum des Sterns auf der einen Seite den Kopf Napoleons mit der Inschrift: "Bonaparte, premier consul, XIX mai 1802", auf der andern die beiden dreifarbigen Fahnen mit der Umschrift: "République Française" nebst der hergebrachten Devise enthalten sollte.

Dagegen stellte ein Dekret vom 31. Januar 1852 die vom Kaiser festgesetzte Form des Ordens wieder her, teilte ihn in Großkreuze, Großoffiziere, Kommandeure, Offiziere und Ritter. Die Ordensdekoration war ein Stern mit fünf doppelten Strahlen und einer Krone; auf dem Avers zeigte er in der Mitte das von einem Eichen- und Lorbeerkranz eingefasste Bild Napoleons I. mit der Umschrift: "Napoléon, Empereur des Français" und auf dem Revers den kaiserlichen Adler mit der Devise: "Honneur et Patrie".

Der Stern der Ritter bestand aus Silber, der der höhern Grade aus Gold. Die Ritter und Offiziere trugen den Orden an einem roten Band, letztere mit einer Rosette, die Kommandeure am Hals, die Großoffiziere dazu noch einen fünfstrahligen silbernen Stern und das Offizierskreuz, die Großkreuze das Kommandeurkreuz an breitem Band über die Schulter und dazu den Stern. Der Kaiser war der Großmeister des Ordens; die Verwaltung versah ein Großkanzler, der das Ordenshaus in der Rue de Lille zu Paris bewohnte.

Die Mitglieder wurden auf Lebenszeit ernannt, verloren aber ihre Privilegien, sobald sie sich der französischen Bürgerrechte verlustig machten.

Les médaillés de Ste-Hélène

Gestiftet wurde die St. Helena Medaille 1857 von Napoleon III., dem Neffen von Napoleon Bonaparte, für alle noch lebenden Veteranen, die zwischen 1792 und 1815 mit Napoleon I. gekämpft haben. 1857 wurde die Medaille 405.000 mal verliehen.


Polen und Russland

Sankt-Stanislaus-Orden

Der Sankt-Stanislaus-Orden war ein ursprünglich polnischer Verdienstorden. Er wurde von König Stanislaus II. am 7. Mai 1765 für 100 Ritter verliehen.

Nach der dritten Teilung Polens wurde der Orden nicht mehr verliehen. König Friedrich August von Sachsen, Herzog von Warschau, verlieh ihn wieder.

Zar Alexander, als König von Polen, erneuerte ihn 1815 und teilte ihn in vier Klassen; Zar Nikolaus I. verleibte ihn 1831 den russischen Orden ein und beschränkte ihn 1839 auf drei Klassen.

Sachsen

Militär-Sankt-Heinrichs-Orden

Der Orden wurde 1736 durch August den Starken gegründet und nach den napoleonischen Kriegen erneuert. Ursprünglich hatte der Orden nur einen Grad, bei der Erneuerung erfolgte eine Einteilung in 3 Klassen:

- Großkreuz
- Komtur
- Ritter

1829 wurde noch der Komtur 2. Klasse eingerichtet. Für Kaiser Wilhelm II. gab es noch ein spezielles Großkreuz.
Der Orden besteht noch immer und tagt seit 1990 wieder in Sachsen.

Daneben gab es noch die Militär-Sankt-Heinrichs-Medaille in Gold und Silber für niedere Chargen. Mein Urgroßvater hat eine silberne Medaille im 1. Wk erhalten.

Berühmte Ordensmitglieder aus Marinesicht waren Graf Dohna-Schlodien und Karl August Nerger.
 
© 2003-2009 www.napoleon-portal.de, Bonn ISSN 1864-9971

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