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Desmoulins, Benoit Camille Drucken E-Mail
Benoit Camille Desmoulins wurde am  2. März 1760 zu Guise in der Picardie geboren. Er studierte auf dem College Louis le Grand zu Paris die Rechte, wurde Advokat in Paris und warf sich mit glühender Begeisterung für Freiheit und Gleichheit, die er schon als Jüngling in Gedichten gefeiert, der Revolution in die Arme.

 Im Palais Royal wußte er durch feurige Reden die Menge zu entflammen, und als er diese am 11. Juli 1789 aufforderte, ein Abzeichen für die Freiheitskämpfer anzulegen, und selbst ein Blatt von einem Baum an seinen Hut steckte, entstand der Gebrauch, Kokarden zu tragen.

Beim Sturm auf die Bastille verkündigte er von den Trümmern herab den Franzosen Freiheit und Gleichheit. In seinem Journal "Révolutions de France et du Brabant" nannte er sich den "Procureur général de la lanterne" und erklärte offen, daß die Volkssouveränität die einzige Verfassungsart sei, welche der französischen Nation und jedermann, der des Namens Mensch nicht unwürdig sei, gezieme.

Zu dieser Zeit heiratete Desmoulins Lucile Duplessis, ein schönes, geistreiches, von ihm leidenschaftlich geliebtes Weib. Obwohl Jugendfreund Robespierres, fühlte er sich doch mehr von dem gemütlichern Danton angezogen und stiftete mit diesem den Klub der Cordeliers. Fortan handelte er mit Danton in Gemeinschaft, auch am 10. August 1792 und bei den Septembergreueln.

Von der Pariser Gemeinde in den Konvent gewählt, stimmte er für den Tod des Königs. Obgleich der Bergpartei angehörig, zollte er doch den Girondisten volle Achtung, suchte mit Danton auf eine Versöhnung der Parteien hinzuwirken und schlug, als dieser Versuch scheiterte und die Girondisten das Schafott besteigen mußten, die Begründung eines Gnadengerichts vor.

In demselben Sinn gab er im Januar 1794 seinen "Vieux cordelier" heraus, ein Blatt voll Geist, Witz und beißender Satire, in dem er die Tyrannei der Schreckensmänner schilderte und zur wahren Freiheit, zur Mäßigung und vernünftigen Handhabung der Gesetze aufforderte.

Hebert, den er besonders angriff, klagte ihn an, die Wiederherstellung des Königtums zu beabsichtigen, und Robespierre, nachdem er seinen Freund vorher anscheinend verteidigt, trug in voller Versammlung auf die Verbrennung aller Nummern des "Vieux cordelier" an.

Als Desmoulins trotzdem die Männer des Terrorismus und die Jakobiner nur noch heftiger angriff, ließ Robespierre am 31. März 1794 Desmoulins, Danton u. a. verhaften, worauf namentlich Saint-Just, Desmoulins persönlich verfeindet, dessen Verurteilung betrieb.

Auf dem Blutgerüst am 5. April 1794 rief er aus, auf die Guillotine deutend: "Dies ist also der Lohn für den ersten Apostel der Freiheit! Die Ungeheuer, die mein Blut fordern, werden mich nicht lange überleben!"

Seine Gattin, die alles aufgeboten, um ihn zu retten, bestieg, erst 23 Jahre alt, 14 Tage nach ihm das Blutgerüst. Außer einer Menge Pamphlete und Flugblätter schrieb Desmoulins: "Discours de la lanterne aux Parisiens"; "Satires du choix des mellieures plèces de vers qui ont précédé et suivi la révolution"; "Histoire des Brissotins, ou fragments de l'histoire secrète de la révolution et des six premiers mois de la république".
 
 
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© 2003-2009 www.napoleon-portal.de, Bonn ISSN 1864-9971

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