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1815 - 1821 Drucken E-Mail

Das kleine Städtchen Waterloo in der belgischen Provinz Brabant, 15 Kilometer südöstlich von Brüssel, am südlichen Rande des Soigner Waldes, wurde im Juni des Jahres 1815 weltberühmt, obwohl das eigentliche Ereignis einige Kilometer entfernt stattfand.

Folgt man in südlicher Richtung der Strasse nach Charleroi, so trifft man wenige Kilometer von Waterloo entfernt auf zwei Höhenrücken. Zwischen diesen Erhebungen ereignete sich am 18. Juni 1815 die Schlacht, welche das endgültige Ende von Napoleon Bonaparte brachte und seiner Rückkehr aus dem Exil ein dramatisches Finale setzte. (Mehr Informationen zur Schlacht von Waterloo auf www.waterloo1815.de)

Nur die Briten benannten die Schlacht nach dem Dorf Waterloo, da Wellington dort sein Hauptquartier hatte, und der Name für Engländer umgänglicher war. Die Franzosen bezeichneten sie nach dem Pachthof Mont St.-Jean, dem Schlüssel der britischen Stellung, die Preußen nach dem Meierhof Belle-Alliance, wo das französische Zentrum stand und der Beobachtungsposten des Kaisers war.

Die Resultate der Schlacht waren ungeheuer. Das ganze Geschütz und die Feldequipage des Kaisers fielen in die Hände der Sieger. Der Verlust der Franzosen an Toten, Verwundeten und Gefangenen betrug mehr als die Hälfte der Armee, an Geschützen 182. Der Verlust der Verbündeten betrug 1.120 Offiziere und 20.877 Soldaten.

Napoleon schrieb dem willkürlichen Vordringen der Reservekavallerie und dem Nichteintreffen Grouchys die Schuld seines Unglücks zu, allein dieser erhielt den von Napoleon am 18. vormittags gegebenen Befehl erst abends nach 19:00 Uhr.

Napoleon musste auf der Flucht in Genappes seinen Wagen mit Hut, Degen u. a. in den Händen der Verfolger zurücklassen.


Als er am 20. Juni wieder in Paris eintraf, fand er bei den Kammern nicht nur keine Unterstützung für seinen Plan, den Kampf fortzusetzen, sondern dieselben drohten ihm sogar mit Absetzung, ja Verhaftung, wenn er nicht sofort abdanke, und drückten ihm, als er am 22. Juni dem Thron zu Gunsten seines Sohns Napoleon II. entsagt hatte, dafür den Dank der Nation aus.

Tief gekränkt verließ er, nachdem das zweite Kaiserreich 100 Tage (Cent jours) gedauert hatte, Paris und begab sich, unschlüssig über das, was er tun sollte, nach mehrtägigem Aufenthalt in Malmaison nach Rochefort, wo er den Hafen von englischen Schiffen blockiert fand und sich am 15. Juli an Bord des englischen Linienschiffs Bellerophon begab, das mit ihm nach der Reede von Plymouth segelte. Auf Befehl der verbündeten Monarchen, die ihn als ihren Gefangenen betrachteten, wurde er nach St. Helena gebracht, welches er am 16. Oktober erreichte.

Im Dezember 1815 wurde ihm Longwood, eine Meierei auf der Hochebene der Insel, als vorläufge Wohnung angewiesen. Bereits 1815 begannen die Pläne für die Errichtung eines größeren Domizils für den ehemaligen Kaiser, denn das von jetzt an Longwood Old House genannte Gebäude war immer nur als Übergang gedacht.  Nachdem er die Erschöpfung der letzten Monate überwunden, wurde ihm sein Aufenthalt bald unerträglich. Seine Ungeduld und Reizbarkeit ließ er an dem Gouverneur Sir Hudson Lowe aus, der durch die Befehle der Großmächte zu strenger Bewachung gezwungen war.

Seine Umgebung schmiedete fortwährend Fluchtpläne und forderte durch Versuche, mit Europa geheime Verbindungen anzuknüpfen, und durch maßlose Ansprüche scharfe Gegenmaßregeln Lowes heraus, über die man sich dann mit lauten Klagen beschwerte, bis Lowe alle Gefährten Napoleons, außer Bertrand und Montholon, von St. Helena entfernte.

Als man Napoleon nicht mehr erlauben wollte, ohne militärische Aufsicht ins Freie zu gehen, verließ er seine Wohnung nicht mehr. Meist beschäftigte er sich mit dem Diktieren der "Mémoires de Ste-Hélène", in denen er sein Leben, seine Absichten und Taten so darstellte, wie er sie von der Nachwelt aufgefasst wissen wollte, und sich mit dem erlogenen Schein der Vaterlands- und Freiheitsliebe und des Strebens nach der höhern Zivilisation der Menschheit umhüllte.

Anfang 1820 war Longwood New House fertig, doch Napoleon weigerte sich umzuziehen. Als Begründung diente ihm ein Eisenzaun, der einen unansehlichen alten Holzzaun ersetzen sollte, welcher ihn an einen Gefängniszaun erinnerte. Longwood New House wurde kurz nach dem zweiten Weltkrieg abgerissen.

Am 5. Mai 1821 starb Napoleon in Longwood. Sein Leichnam wurde an der von Napoleon selbst gewählten Stelle im Tal Stane feierlich beigesetzt.

1840 wurde sein Leichnam nach Paris überführt, wo er im Invalidendom ein prächtiges Grabmal erhielt.

 
© 2003-2009 www.napoleon-portal.de, Bonn ISSN 1864-9971

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