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Das gewaltige Zarenreich Russland gehörte damals zu den streitbaren Nationen Europas. Ständige Konflikte mit den direkten Nachbarn beschäftigen das im Osten liegende Weltreich. Peter der Große erkannte sehr früh, dass sich Russland aus der Isolation heraus mehr dem westlichen Europa angleichen musste. Die Annahme des Kaisertitels, russisch Zar, und die Verlegung der Hauptstadt nach St. Petersburg waren nur die offensichtlichsten Zeichen dieser Politik. Damit verbunden war auch die Zuwendung in Richtung Ostsee und Balkan. Russland wurde zu einem großen Konkurrenten von Österreich, denn auch Wien bestand auf seinem Machtanspruch auf dem Balkan. Durch die Teilungen Polens gewann nicht nur Preußen deutlich an Ländereien, auch Russland konnte seine westliche Grenze deutlich nach Mitteleuropa verschieben. Damit war Russland endgültig eine der europäischen Großmächte geworden. Innere Konflikte unter Zar Paul I. führten schließlich zu seiner Ermordung und anschließenden Thronbesteigung seines Sohns Alexander I. Alexander war nicht unbedingt der größte Gegner Napoleons. Tatsächlich scheint es eine Art Freundschaft und Verständnis untereinander gegeben zu haben. Nach ihrem berühmten treffen auf der Memel konnten sich beide auf eine gemeinsame Politik verständigen. Bei ihrem Treffen 1808 in Erfurt wurden weitere Weichen gestellt und Russland konnte seinen Krieg gegen die Türkei aufnehmen. 1812 kam es jedoch zum Bruch zwischen Frankreich und Russland. Alexander war nicht mehr länger bereit die Kontinentalspeere zu unterstützen und Napoleon startete wenig später seinen fatalen Russlandfeldzug. Doch auch die Einnahme von Moskau konnte Alexander nicht zur Annahme eines neuen Friedens bewegen, im Gegenteil wuchs sogar der russische Widerstand und der qualvolle Rückzug der großen französischen Armee war der Anfang vom Ende des napoleonischen Imperiums. Alexander war trotz der großen Entbehrungen des Jahres 1812 ein großer Fürsprecher eines souveränen Frankreichs nach der Ära Napoleon. Natürlich hatte er das europäische Gleichgewicht im Sinne, denn ein zu starkes Österreich oder Preußen wäre nicht im Interesse Russlands gewesen. Die tatsächliche militärische Stärke Russlands ist nur teilweise belegbar. Durch Falschmeldung entstanden große "Schattenarmeen", welche nur auf dem Papier existierten. Auf diese Weise konnte so manches Anwesen des Landadels aufwändig unterhalten werden. Das Petersburger Imperium sollte von 1712 bis 1912 bestand haben. |