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Napoleon Bonaparte
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Marengo

Bedeutung

Bereits 1798 hatten die Franzosen den Kirchenstaat aufgelöst und den Papst deportiert. Ebenso wurde das Königreich Neapel in eine Republik umgewandelt. Österreichische Truppen konnten jedoch ein Jahr später die französischen Truppen aus Italien vertreiben. In Neapel wurde unter Ferdinand IV. die Monarchie wieder hergestellt, in Rom die Restaurierung des Kirchenstaates durchgeführt.
Die Schlacht bei Maréngo ereignete sich am 14. Juni 1800 bei Marengo, einem Dorf in der italienischen Provinz Alessandria, Italien. Der siegreiche Napoleon Bonaparte hat bei Marengo für das republikanische Frankreich die österreichischen Truppen entscheidend geschlagen. Damit verhinderte er den Versuch, der im zweiten Koalitionskrieg gegen Frankreich vereinigten Herrscherhäuser (u.a. Österreich, Preußen, Russland) Italien zu "restaurieren". Der Sieg der Franzosen war letztendlich auch ob der Dramatik der Schlacht so ausschlaggebend, dass der österreichischen Oberbefehlshaber, bereits einen Tag später am 15. Juni 1800 mit Bonaparte einen Vertrag schloss, worin er sich verpflichtete, Genua, Piemont und die Lombardei zu räumen und sich hinter den Mincio zurückzuziehen.

Ausgangssituation

Im Mai 1800 überschritt Napoleon Bonaparte den Großen St. Bernhard. Er hatte zuvor nach seiner überstürzten Rückkehr aus Ägypten eine neue Armee aufgestellt, deren Zustand jedoch in vieler Hinsicht mangelhaft war. Nach einem schwierigen Übergang über die noch verschneiten Pässe zwischen der Schweiz und Italien erreichte er Ende Mai die Po-Ebene.

Der 71-jährige G.d.C. M. Melas, Oberkommandeur der österreichischen Streitkräfte, hielt sich mit seinen Truppen zunächst am oberen Lauf des Po's auf, um die Belagerung Genuas zu decken, während die Franzosen den Tessin überschritten um in Mailand die Cisalpinische Republik wiederherzustellen. Der französische General Jean Lannes, einer der engsten Freunde Napoleons, konnte am 9. Juni einen Angriff der Österreicher auf Casteggio abwehren, während beinahe zeitgleich Napoleon eine Stellung bei Stradella einnehmen konnte. Napoleon erwartete hier zunächst einen Angriff der Österreicher, der aber ausblieb. Deshalb rückte Napoleon am 13. Juni in die Ebene des Tanaro bei Alessandria vor, denn er vermutete, Melas würde sich mit seinen Truppen nach dem inzwischen eroberten Genua bewegen um sich dort auf der englischen Flotte einzuschiffen. Aus diesem Grund entsandte Napoleon die Division Desaix nach Novi an der Straße nach Genua, während zwei Divisionen unter Victor das Dorf Marengo besetzten. Eine Division unter Lannes blieb in der offenen Ebene zwischen Marengo und Castel Ceriolo stehen und Napoleon selbst ging mit einer Division nach Torre di Garofalo zurück. Die Truppenstärke dieser Einheiten belief sich auf ca. 28.000 Mann.

Die österreichischen Streitkräfte umfassten ca. 23.000 Mann Infanterie und 7.800 Reiter, die Melas zwischen den Mauern der Festung Alessandria und dem sich in Windungen dahinschlängelnden Fluß Bormida aufgestellt hatte, mit einem Brückenkopf östlich von Alessandria. Um Napoleon über seine tatsächlichen Pläne im Unklaren zu lassen, ließ Melas eine weitere Brücke bei Casale bauen.

Schlachtverlauf

Zum Schlachtauftakt zu Tagesanbruch hatte sich Melas entschlossen die Bormida zu überqueren und durch die feindliche Armee nach Piacenza durchzubrechen. Die ersten Kampfhandlungen ereigneten sich gegen 9 Uhr, als die Österreicher die schlecht vorbereiteten Franzosen in Marengo angriffen.
Gegen 11 Uhr kehrten Napoleon und Berthier zu den Linien hinter Marengo zurück. Die österreichische Artillerie gewann die Oberhand und Ott´s Korps marschierten um die offene Flanke der Franzosen um Castel Ceriolo zu besetzten. Zunächst schlugen die Franzosen zweimal die Angriffe der Österreicher zurück, aber gegen Mittag gelang es beim dritten Anlauf, Marengo zu erstürmen und die Franzosen zum Rückzug zu zwingen. Auch Bonapartes Truppen wurden zum weiteren Rückzug gezwungen. Für die Österreicher schien damit die Schlacht entschieden, so dass sich Melas nach Alessandria zurück beging, um seinen Erfolg zu verkünden, während er seinem Generalstabschef, General von Zach, die Verfolgung des Feindes überließ.

Die Wende

Entscheidendes Momentum für die Wende waren die französischen Truppen von Desaix. Napoleon hat Glück, denn Desaix hatte sich beim Übergang des Hochwasser führenden Scrivia Flusses verspätet, so dass er das Geschützfeuer von Marengo hören konnte. Desaix Bote erreichte Napoleon bereits kurz nach Mittag und Desaix marschierte so schnell er nur konnte zurück.
Desaix Truppen betraten das Schlachtfeld gegen 15:00 Uhr. Ohne zu zögern griff er mit seinen 5000 Mann die Österreichern an, während Marmont die Geschütze sammelte und auf die vorderste Kolonne der von Zach befehligten Österreicher richtete.
Desaix wurde durch eine Kugel tödlich getroffen und starb unmittelbar auf dem Schlachtfeld. Die Österreicher versuchten vorzudringen, aber Kellermann durchbrach mit seinen Dragonern die feindliche Flanke und Zach, der mit 2000 Mann abgeschnitten war, musste sich ergeben.
Dies war der Zeitpunkt an dem sich die Schlacht endgültig drehte. Die Franzosen konnten sich sammeln und einen neuerlichen Angriff lancieren, während die geschwächten und verunsicherten Österreicher erschreckt zurück wichen. Die österreichische Kavallerie ergriff offen die Flucht, das Fußvolk geriet in Panik und die Österreicher versuchten sich verzweifelt über die Bormida zu retten. Den Franzosen fiel beinahe die gesamte Artillerie zu. Die Verluste betrugen auf Seiten der Österreicher 6400 Mann an Toten und Verwundeten, ca. 3000 gerieten in Gefangenschaft. Bei den Franzosen wurden ca. 7000 Mann getötet oder verwundet.




Marengo?

Poulet Marengo - ein kaiserliches Gericht
Nach der Schlacht von Marengo musste selbstredend ordentlich gespeist werden. Doch zum Leidwesen der Franzosen ging im Gefecht der gesamte Verpflegungstross verloren. Deshalb musste Napoleons Küchenchef Dunant, ein geborener Schweizer, improvisieren. Dunant schickte Soldaten los mit dem Befehl, irgend etwas Essbares herbeizuschaffen. Einer brachte ein Huhn, ein anderer Tomaten, ein dritter ein paar Eier, ein vierter zwei Krebse. Das waren die Zutaten für Dunant's Huhn Marengo. Ein nicht alltägliches Rezept, das bis heute nicht nur in Frankreich Furore macht.

Zutaten
- 1 Freiland Poulet, vorbereiten und in acht Teile zerlegen
- 4 ungeschälte Garnelen
- 500 gr reife Tomaten, enthäuten, entkernen und grob hacken
- 250 gr Champignons, putzen, die grösseren halbieren
- 200 gr Perlzwiebeln (oder sehr kleine Zwiebeln), schälen
- 1 Bund glatte Petersilie, fein hacken
- ½ Bund Basilikum
- 2 Knoblauchzehen, durchgepresst
- 1 Zitrone (Saft)
- 4 Eier
- 1/8 ltr trockener Weisswein
- 1/8 ltr Hühnerbrühe
- 5 EL Olivenöl
- 2 EL Butter
- Weissbrotscheiben
- etwas Bratbutter
- 4 Stck. Weisses Toastbrot, oder Weissbrotscheiben (Toastbrot toasten, Weissbrot mit ein wenig Butter in der Pfanne goldgelb rösten)
- 2 gekochte Flusskrebse (ersatzweise: 100 gr Krebsfleisch aus der Dose)


Zubereitung

Pouletstücke mit Salz und Pfeffer einreiben. In einer grossen Pfanne oder in einem Schmortopf 5 EL Olivenöl erhitzen, die Geflügelteile darin rundum etwa 10 Minuten anbraten, dann nur die Bruststücke herausnehmen und beiseite stellen.

Tomaten, Weisswein, Geflügelbrühe und durchgepressten Knoblauch zugeben. Zugedeckt ca. 45 Min. schmoren.

In einer Pfanne 1 EL Butter erwärmen Pilze und Zwiebeln hineingeben und unter Rühren etwa 10 Minuten sanft braten. Mit 2 EL Zitronensaft, Salz und Pfeffer würzen.

Restlichen Zitronensaft mit 1/8 ltr Wasser in einem Topf aufkochen. 4 Garnelen darin 6 Minuten köcheln, bis sie sich rötlich färben (oder in 2 EL Olivenöl mit 1 durchgepressten Knoblauchzehe kurz anrösten und mit Zitronensaft ablöschen).

Fertig gegarte Geflügelteile aus dem Topf nehmen, Sauce sämig einköcheln und abschmecken. Geflügelteile zusammen mit den Bruststücken wieder hineingeben, alles nochmals richtig heiss werden lassen. Pilze und Zwiebeln unterziehen.

1 EL Butter in der Pilzpfanne zerlassen, 4 Eier nacheinander aufschlagen und hineingeben, mit einer Gabel leicht zum Rührei verquirlen und bei milder Hitze stocken lassen. Salzen und pfeffern.

Brotscheiben im Toaster rösten und in Dreiecke schneiden. Poulet mit Sauce in einer vorgewärmten Schüssel anrichten, Rührei darauf geben und mit den Garnelen und den in Dreiecke geschnittenen Weissbrotscheiben garnieren. Mit Basilikumblättchen und Petersilie bestreut servieren.

Anmerkung

Es gibt über dieses Gericht verschiedene Variationen. Reich garniert wird diese Spezialität schon fast seit 200 Jahren - mit einer Mischung aus Legenden und Histörchen.

Was aber die Garnelen und Krebse, Tomaten und Eier angeht, die verhalfen dem ursprünglich schlichten Geflügelrezept erst viel später zur bekannten Üppigkeit.

Marengo - ein kaiserliches Pferd
Der geltungssüchtige Kaiser Napoleon zeigte sich mit Vorliebe auf arabischen Schimmelhengsten. Sein berühmtestes Pferd war Marengo, ein nur 140 Zentimeter hoher Wüstenhengst, den die Franzosen in Ägypten erbeutete hatten. Es wird erzählt, Napoleon habe den Hangst während all seiner Feldzüge seit der Schlacht bei Marengo gegen die Österreicher geritten, also von 1800 bis zu seiner allerletzten Schlacht in Waterloo im Jahre 1815. Dort wurde er von den siegreichen Engländern erbeutet und kam als Deckhengst in ein Vollblutgestüt. Er deckte dort, bis er 1832 im erstaunlichen Alter von etwa 35 Jahren starb, zeugte aber keine berühmten Rennpferde. Sein Skelett ist heute noch im National Army Museum in London zu bewundern.

Marengo - der Stoff für Puccinis Oper Tosca
Die Dramatik jenes 14.Juni 1800 mit seiner plötzlichen Wende wird auch in Puccinis Oper Tosca deutlich. Den historischen Hintergrund für die Tosca liefern die Versuche Frankreichs Italien zu "republikanisieren". In der Tosca spielt nun die Schlacht von Marengo (14. Juni 1800) eine entscheidende Bedeutung. Die Meldung, Napoleon habe gesiegt, verleitet Caravdossi zu seinen fatalen "Vittoria"-Rufen, die ihm schnurstracks sein Todesurteil einbringen.

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© 2003-2009 www.napoleon-portal.de, Bonn ISSN 1864-9971

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